Warum prozentuale Anteile nicht die ganze Wahrheit erzählen

Kurzbeschreibung:

In klassischen wirtschaftlichen Strukturen werden Preisaufschlüsselungen oft in Prozentanteilen dargestellt. Doch in gemeinschaftsgetragenen Modellen wie TEIKEI führt diese Denkweise in die Irre. Dieser Eintrag erklärt, warum Prozentangaben keine aussagekräftige Metrik für faire Preisgestaltung sind und wie TEIKEI eine neue Wirtschaftsweise etabliert.


Die Illusion der Prozentanteile in der Preisgestaltung

Wenn wir über Preisgestaltung sprechen, wird oft gefragt: „Wie viel bekommt der Bauer?“, „Wie viel geht an die Organisation?“ oder „Wie hoch sind die Transportkosten?“. Das klingt nach einer logischen Frage – schließlich sind wir es gewohnt, Wertschöpfung über Prozentanteile zu bewerten. Supermärkte zahlen oft nur einen Bruchteil des Endpreises an die Produzierenden, während große Handelsketten den Großteil der Marge einbehalten.

Doch in einer gemeinschaftsgetragenen Wirtschaftsweise wie TEIKEI geht diese Rechnung nicht auf. Hier gibt es keinen zentralen Akteur, der Gewinne maximiert. Stattdessen entstehen Preise durch einen gemeinschaftlichen Aushandlungsprozess, in dem nicht nur Kosten, sondern auch Sicherheit, Verlässlichkeit und nachhaltige Entwicklung eine Rolle spielen.


Ein Praxisbeispiel aus der TEIKEI-Preisgestaltung

Ein besonders eindrückliches Beispiel zeigt sich am Olivenöl:

  • 2014 haben wir mit den ersten Bauern zusammengearbeitet. Damals lag der Produktpreis pro Kilogramm bei 2,90 bis 3,20 Euro.
  • TEIKEI zahlte schon damals 6 Euro pro kg – ein Preis, der nicht durch Marktzwänge bestimmt wurde, sondern durch das, was für eine nachhaltige Produktion notwendig war.
  • Über die Jahre wurde der Preis stufenweise angehoben: Erst auf 7,50 Euro, dann auf 8,50 Euro, schließlich auf 9 Euro.

Doch dann kam die Krise:
In den letzten Jahren führten Dürren in Spanien und Italien zu massiven Ernteausfällen. Der globale Marktpreis für Olivenöl explodierte – plötzlich zahlten Händler über 10 Euro pro Liter für unverarbeitetes Öl im Großhandel. Würde man nun Prozentanteile vergleichen, hätte es so ausgesehen, als würde TEIKEI plötzlich weniger an die Bauern zahlen als der Marktpreis.

Und doch entschieden sich viele Produzenten bewusst für TEIKEI.
Anstatt ihr Olivenöl für 10,50 Euro an Spekulanten zu verkaufen, belieferten sie TEIKEI für 7,50 Euro – weil sie wussten, dass TEIKEI ein verlässlicher Partner ist. In einem Markt, der von Preisschwankungen dominiert wird, war unsere faire, vorausschauende Preisgestaltung für sie langfristig wertvoller als kurzfristige Höchstpreise.


Warum es bei TEIKEI nicht nur um Geld geht

Dieses Beispiel zeigt, dass sich faire Wirtschaftsmodelle nicht über Prozente messen lassen. In gemeinschaftsgetragenen Strukturen zählen andere Faktoren:

  1. Planering av säkerhet: Produzenten wissen, dass sie über Jahre hinweg mit stabilen Preisen rechnen können.
  2. Geteilte Risiken: Durch das gemeinschaftsgetragene Modell sind schlechte Ernten nicht allein das Problem der Landwirte.
  3. Direkte Verbindungen: Zwischen Produzenten, Mitgliedern und Logistik gibt es keine Zwischenhändler, sondern eine transparente Struktur.

Wer Preise nur in Prozenten vergleicht, verpasst den eigentlichen Kern von TEIKEI: Hier entsteht eine neue Wirtschaftsweise, in der Wertschöpfung nicht nur über Geld, sondern über geteilte Verantwortung und langfristige Beziehungen funktioniert.

👉 TEIKEI ist keine klassische Handelsplattform, sondern eine Agora, in der Preise und Strukturen gemeinsam entwickelt werden.

Fazit

Es geht nicht darum, ob der Bauer 60% oder 30% des Endpreises erhält – es geht darum, dass eine Wirtschaftsform geschaffen wird, in der Bauern, Mitglieder und Logistik gleichermaßen profitieren und eine regenerative Zukunft gestalten können.

Das ist TEIKEI.

 

👉 Gestalte die Zukunft einer gerechten Lebensmittelwirtschaft mit TEIKEI!


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